Ein Gespräch mit dem Komponisten Flint Juventino Beppe

Von Oddbjørn Fiskefjell




Beppes neuestes Album Remote Galaxy war im Jahre 2015 für einen Grammy nominiert.
In diesem Interview beantwortet der Komponist Fragen nicht nur über das Album, sondern auch über die Kompositionsprozess im Allgemeinen.






Was ist Musik?


Das ist in der Tat eine philosophische Frage. Um sie zu beantworten, muss ich einen philosophischen Parameter benutzen: Musik ist für mich Kommunikation, die über den Intellekt und Emotionen hinausgeht.  Paradoxerweise muss man seine eigene Kulissen des Intellekts und der Emotionen als Hintergrund zur Musik benutzen, wenn sie systematisch niedergeschrieben wird – das heißt, um sie für Menschen verständlich zu machen.

Das Album Remote Galaxy ist gerade herausgekommen. Wie fühlen Sie sich dabei?

Es ist eine große Ehre und ein Privileg, mit solch äußerst professionellen Leuten gearbeitet zu haben, vom Dirigenten Vladimir Ashkenazy zu den Solisten und dem Philharmonia Orchestra. Der Zeitraum der Postproduktion ist stets faszinierend und interessant und ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, mit dem sehr seriösen und bahnbrechenden Musiklabel 2L zusammenzuarbeiten. Nun, da das Album herausgekommen ist, fühle ich mich ein bisschen, wie wenn man ein kleines Kind in die große Welt entlässt – nun muss das Album auf seinen eigenen Füßen stehen. Ich fühle mich als ob ich vom Komponisten zum Manager des Albums werde.

Sie haben einen Blog namens «FJBlog» herausgegeben, in dem Sie sehr offen damit umgehen, Asperger-Syndrom zu haben. Können Sie uns einen kleinen Einblick geben, wie Ihre Welt aussieht? Wie formt dieser Status Ihren Tagesablauf und Ihr Leben im Allgemeinen?

Ich muss unterstreichen, dass das Asperger-Syndrom sich von Mensch zu Mensch einzigartig manifestiert. Kein Asperger ist gleich – wir haben vielleicht einige Hauptwesenszüge gemeinsam, aber Asperger zu haben kann eine Million Dinge bedeuten. Für mich hat es, denke ich, mit Kreativität, Vorhersagbarkeit und Verletzlichkeit zu tun. Je nachdem, wie man es betrachtet, bin ich gesegnet damit oder verflucht dazu, unablässig kreativ zu sein. Und für mich ist ein Tag wie ein Jahr, weil ein Tag so voller roher Impressionen ist: genug, um ein ganzes Jahr zu füllen. Ich sage normalerweise, dass ich ohne einen Filter geboren wurde, der mir helfen könnte, Impressionen zu sortieren oder die winzigen Details von den größeren Ereignissen zu unterscheiden. Alles, was ich registriere, drängt sich in meinen Verstand. Wo immer ich bin, bemerke ich extreme Details: eine Person von Weitem sehen und den Bewegungen dieser Person folgen, die Art, wie sie ihre Schnürsenkel gebunden hat und wie sie den Kopf neigt, wenn sie geht, und so weiter. Ergänzen Sie nun alle möglichen Details einer geschäftigen Großstadtszene und sie haben die „perfekte" Asperger-Momentaufnahme. Eine neurotypische Person kann all diese Details sieben und eine Hierarchie anlegen, die die Dinge, denen man Beachtung schenken muss, von den unnötigen Dingen trennt. Ich kann das nicht. Vielleicht ist es kein Wunder, dass ich gegen Ende des Tages erschöpft bin! Dennoch sind es all diese Impressionen zusammen, die die Musik machen. Ohne diesen Überfluss an Impressionen würde kein musikalisches oder künstlerisches Ergebnis entstehen. Aber die Impressionen tragen auch zu einer dunkleren Seite von mir bei – zu den Dingen, die ich nicht akzeptieren oder verstehen kann, den Dingen, die mir meine innere Ruhe nehmen. Mein Vorhersehbarkeitsbedarf steht oft im Konflikt zu diesem völlig offenen Weg in mein Gehirn hinein und dieser Konflikt bringt eine Art Chaos. Diese überempfindliche Verletzbarkeit hat mich gezwungen, zahlreiche soziale Aktivitäten auszuschließen und schränkt mich leider auch auf der geschäftlichen Seite meines Lebens ein. So sind dies die zwei Teile von mir, die sich gegenseitig stark ausschließen: das Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit und die Gewalt unvorhersehbarer Impressionen. Am Ende des Tages (oder des Jahres) ist es dies, was meine Person und meine Musik erschafft und ich habe diesen Status als etwas akzeptiert, mit dem ich leben muss. Es gibt kein Entkommen.

Sie haben zuvor den kreativen Prozess folgendermaßen beschrieben: «Es ist wirklich so einfach, wie es kompliziert ist – ich atme ein, was das Leben zu bieten hat, und atme aus, was ich dem Leben zu bieten habe. Ich habe aufgehört, erfassen zu wollen, was eigentlich im Prozess zwischen Impression und Expression geschieht.» Könnten Sie diese Metapher erklären? Ich würde gern erfahren, was bei Ihnen im Inneren geschieht, wenn ein neues Werk entsteht.

Also, wie ich zuvor gesagt habe, die Impressionen, die ich einatme (sehe, rieche, schmecke, höre, fühle) finden immer ihren Platz in mir und wirbeln herum, bis sie entweder ein Teil eines neuen Werks werden oder nicht. Auf jeden Fall muss, was durch mich hindurchgeht, auch wieder hinauskommen, und die verarbeiteten Impressionen finden oft ihren Weg als Musik hinaus. Das gilt sowohl für die schönen als auch für die schrecklichen Impressionen, die ich verarbeite. Dennoch kann ich so viel verraten: Es gibt gewisse Impressionen, die mit Erhabenheit und Euphorie verbunden sind, und diese Impressionen werden stets zu Musik. Wie ein neues Werk zum Leben erwacht? Ich schließe einfach meine Augen und es beginnt, zu spielen. Vielleicht arbeitet einfach das Unbewusstsein mit den Impressionen und schleudert sie mir in Form von Musik zurück. Es ist irgendwie ein Rätsel, aber irgendwie auch nicht.

Bestreiten Sie also, dass es in Ihrem kreativen Prozess überhaupt aktive und analytische Aspekte gibt?

Für mich ist Musik schon immer so klar und einfach gewesen, wie die Betrachtung eines Baumes. Ich schließe einfach meine Augen und die Musik ist da so deutlich, wie die Erinnerung an den Baum. Die Schöpfung von Musik geschieht vielleicht auf einer unbewussten Ebene: dass die Musik von Impressionen herrührt. Ob dies ein analytischer Aspekt ist oder nicht, kann ich nicht beantworten. Ich hatte keine formelle Ausbildung, um zum Komponisten zu werden. Ich bin nicht eines Morgens aufgewacht und habe festgestellt, dass ich Komponist werden wollte. Das Bewusstsein, dass ich Musik „empfange", kam mir früh in meinem Leben und ich wusste nicht genau, was ich damit machen sollte, bis ich mich gezwungen fühlte, eine Möglichkeit zu finden, sie aus meinem Kopf zu bekommen. Ich habe keine formelle Ausbildung, und das ist nicht, weil ich Leute mit Ausbildung nicht respektiere. Es ist mehr, weil das Asperger-Syndrom mit sozialen Beeinträchtigungen einhergeht, und ich nie in das Bildungssystem oder in eine konventionelle Welt als solche hineingepasst habe. Es gibt keine externen, extremen Faktoren, die meine Kreativität erklären. Einige Leute sind vielleicht versucht, anzunehmen, dass ein Trauma eine kreative Kraft auslösen kann, aber ich finde nicht, dass das bei mir passt. Symphonische Werke erschaffen sich einfach selbst innerhalb von Sekunden, ohne dass ich das will. Dies geschieht ohne irgendwelche Einmischung oder analytische Prozesse meinerseits. Ich weiß nur, welche äußeren Impressionen die Musik zum Spielen bringen werden. Ich halte nie inne und sinniere über eine Komposition. Ich schreibe einfach auf, was ich höre und bemühe mich, meinen Status auf positive Art zu handhaben. Vielleicht ist mein „kreativer Prozess" 1 % Arbeit und 99 % etwas anderes?

Kommt Ihnen die gesamte Komposition auf einmal oder kommen die klanglichen Fragmente, die Melodien und die einzelnen Instrumente langsam und nacheinander zusammen?

Wenn die Musik beginnt, in meinem Kopf zu spielen, ist sie vollständig instrumentiert. Immer. Es ist entweder das ganze Werk oder es ist gar nichts. Beispielsweise wurde das gesamte Orchesterwerk «Four Elements from Hedmark» Op.85 bei einer Sauna-Sitzung gemacht. Natürlich konnte ich da nicht anfangen, zu schreiben, aber ich habe die Fähigkeit „auf Pause zu drücken" und ein Werk für später aufzuheben. Ich kann es wieder aufnehmen, wenn es Zeit ist, es aufzuschreiben. Die wirkliche Aufgabe ist es, die verschiedenen Instrumente voneinander zu entschlüsseln, wenn ich das Werk in meinem Kopf spielen höre. Das ist im Wesentlichen die harte Arbeit: das, was ich höre, auf das Papier zu übertragen. Ich habe oft mehrere Kompositionen zur gleichen Zeit in meinem Kopf und ich arbeite mit allen Kompositionen gleichzeitig. Ich habe nie darum gebeten, Komponist zu werden oder Musik zu machen, und um ehrlich zu sein mag ich den Schreibvorgang nicht sonderlich, da es eine ungeheure Anstrengung in sich birgt, das,  was ich in meinem Kopf habe, zu Papier zu bringen. Musik aufzuschreiben ist eine entmutigende Aufgabe. Es ist eine emotionale Reise, die mich manchmal völlig auslaugt: Was ich niederschreibe sind Ausdrücke von Erhabenheit, Schönheit und Euphorie, aber es ist auch Wut, Verwirrung, Verlust und Leid – und ich muss all diese emotionalen Bereiche „wieder aufsuchen", wenn ich schreibe. Der Inhalt der Werke ist manchmal extrem und so ist es eine Erleichterung, mit mehr als einer Komposition zur selben Zeit zu arbeiten, es bringt etwas Abwechslung und ich kann in das andere Werk flüchten, wenn es zu hart wird.

Was erzeugt den Ausgangspunkt oder das Heranreifen Ihrer Musik; eine Idee, ein Thema oder ein Bild?

Noch einmal, alles im Leben strahlt so ein endloses Gedränge an Impressionen aus, und der Prozess des Musikmachens wird ein Endlosprozess. Diese Impressionen, von denen ich vorhin gesprochen habe, sind die Wurzel meiner Musik.

Werden normalerweise Geschichten oder Themen in Ihren Werken widergespiegelt oder ausgedrückt?

Nicht unbedingt. Wenn ein Werk einen Titel erhält, ist es nur ein Hinweis für den Hörer, aber die Musik muss nicht speziell von diesem Hinweis handeln. Der Hörer kann durchaus eine andere Auffassung oder Erfahrung von der Musik haben. Also nein, meine Musik ist in dem Sinne nicht programmatisch.

Der erste Satz von «Flute Concerto No.2» Op.80 heißt «Alarm»; was für ein Alarm wird ausgelöst?

Ah… also, zunächst kann das ganze Flötenkonzert als ein Computerspiel gesehen werden. Aber der Alarm, der hier losgeht, ist die Erfahrung von Panik: Ein menschliches Wesen schaut vielleicht in die Ewigkeit und atmet in ein Vakuum, und dann ist da ein persönlicher Alarm, der losgeht, wenn man das Gefühl hat, die Zeit wird knapp – ganz wie, wenn man versucht, Wasser in den Händen zu halten. Mit dem Titel pflanze ich nur eine Idee in den Zuhörer. Ich behaupte nie, Antworten darauf zu haben, wie die Musik wahrzunehmen ist, ich schlage nur Titel vor, oder stelle einige Fragen. Ich nehme nie an, die Antwort zu haben.

Man kann gut behaupten, dass «Alarm» wirkungsvoll, intensiv und gelegentlich dunkel ist. Wie gehen Sie selbst mit dem Tod um?

Der Tod ist ein Teil des Lebens. Ich kann nicht begreifen, was diese Leben-Tod Einheit wirklich ist, und ich habe auch kein Bedürfnis, es herauszufinden. Ich brauche keine Antwort, um glücklich zu sein. Ich weigere mich, irgendwelche Lösungen dazu zu fabrizieren, was nach dem Tod geschieht oder was der Tod ist. Ich werde es wahrscheinlich bald genug herausfinden. Was mich aber beunruhigt ist, dass Leute einander Märchen erzählen darüber, was nach dem Tod passiert, als Trost oder als beruhigendes Dogma. Es ist wirklich eine Katastrophe, wie unschuldige Kinder mit Geschichten über Himmel und Hölle gefüttert werden. Das ist systematisierter Wahnsinn. Meine Musik drückt diese Sorge aus. Was kann ich sonst tun?

Bemerken Sie eine Veränderung in Ihrer Bewusstseinsebene, wenn Sie komponieren?

Nein. Am Komponieren ist für mich nichts Besonderes, also denke ich, ich bin entweder ständig auf einer veränderten Bewusstseinsebene, oder nie.

Träumen Sie je Musik?

Nun, ich finde es manchmal schwierig, zu unterscheiden, was die Traumwelt ist, und was Teil einer völlig wachen Erfahrung. Die Grenze kann manchmal etwas verschwommen sein. Aber ja, ich habe Musik geträumt. Ein Beispiel ist «Inner Seas» Op.16, das gänzlich aus der Erinnerung dessen heraus, was ich geträumt habe, geschrieben ist.

Wie ist Ihre Beziehung zu Schlaf?

Oh… sehr angespannt. Ich schlafe nicht leicht ein. Ich finde es schwer, die Kontrolle, die mit dem Wachsein einhergeht, aufzugeben. Beim Schlaf geht es viel darum, sich zu trauen, die bekannte und bewusste Welt loszulassen und einfach ins Unbewusste abzudriften. Vielleicht bin ich, weil ich Asperger-Syndrom habe, ein Kontrollfreak, aber ich mag es nicht, das Gefühl der Kontrolle aufzugeben, das ich habe, wenn ich wach bin. Ich habe manchmal sehr brutale und lebensechte Albträume, und die können mich für Tage aus dem Gleichgewicht bringen.

Was sind Ihre größten Inspirationsquellen?

Auf das zu treffen, was ich Erhabenheit nenne, aktiviert sofort Musik in meinem Kopf: Schönheit, Anmut, Unschuld und grandiose Landschaft sind alles Dinge, die sich außerhalb meines ästhetischen Begreifens befinden, und die vielleicht als Musik enden. Eine weitere Überlegung, die Musik in mir antreibt, ist das Wissen, dass der Tod wahrscheinlich nur eine Frage des „wann" ist. Der Tod wird uns vermutlich schließlich alle erwischen. Das ist auf gewisse Weise tröstend. Und das ist auch etwas, das ein unterschwelliger Antrieb für die Musik ist; also schätze ich, der Tod ist eine Inspiration. Ich blicke zurück auf all die Titel meiner Werke und ich habe entdeckt, dass sie ganz klar das unbewusste Verarbeiten der Impressionen, die ich aufgenommen habe, reflektieren. Zum Beispiel «Monster Inside», das ein Teil meines dritten Klavierkonzerts ist: Ich denke, dass das "monster inside", das Monster innendrin, eigentlich die dunklen Mächte oder Impressionen, die ich aufgenommen habe, ist, die ihren Weg nach draußen als einen musikalischen Ausdruck erzwingen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich muss nicht etwas Tragisches erleben, um Kunst zu machen – ich mag die Symbolik vom „leidenden Künstler" nicht sehr – aber Impressionen sind die Seelengrundlage für meine Schöpfungen und Musik ist meine Hauptsprache und ich glaube, so ist es immer gewesen. Ein weiteres Beispiel, wie Tod Musik anregen kann, ist der Verlust des lieben Collies Lady Bessie: «Lost in September» Op.17 ist ein Resultat des Leids und des Schmerzes, die ich gefühlt habe, als der Tod nahe kam.

Haben Sie irgendwelche Lieblingskomponisten?

Wenn ich Musik höre und zu mir selbst sage: "Das ist das Werk eines Genies!", dann ist der Komponist automatisch ein Lieblingskomponist. Geniale Komponisten halten einen Spiegel vor und lassen die Welt hineinschauen. Wenn ich Beispiele geben soll von Komponisten, die meiner Meinung nach nicht anders konnten, als begnadet zu sein, dann würden Beethoven, Mussorgsky und Mozart  diese Liste anführen, denke ich. Unter modernen Komponisten glaube ich, dass Ralph Carmichael, Burt Bacharach und Paul McCartney alles Genie in sich tragen.

Was mögen Sie am liebsten?


Ich mag Erhabenheit, persönliche Freiheit und auch, nicht in der Lage zu sein, die großen philosophischen Fragen über Leben und Tod zu beantworten, sehr. Die Alternative ist, „alle Antworten zu haben" und das ist im Grunde, Religion zu akzeptieren und es hinzunehmen, sich von Politik kontrollieren zu lassen. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was ich mag.

Was können Sie nicht leiden?

Wie ich in meiner Antwort auf Ihre vorangegangene Frage gesagt habe, verabscheue ich wirklich die Kontrollmechanismen von Politik und Religion – all die grausamen Gedankenmanipulationen, die vorgenommen werden, damit Leute einem speziellen Credo folgen. Gedankenmanipulationen auf der Basis von Bigotterie blockieren komplett die persönliche Freiheit und die Fähigkeit, unabhängig zu denken. Ich verabscheue diese moralisierenden Mechanismen wirklich.

Was, glauben Sie, hat Sie als Komponist geprägt?


Ich glaube nicht, dass ich mich als Komponist seit Opus 1 verändert habe, und ich sehe nicht, warum ich das sollte. Ich atme immer noch mit denselben Lungen. Ich glaube, es wäre falsch, zu sagen, dass mich etwas als Komponist wirklich geprägt hat. Ich kann Musik nicht „bauen", oder von einem bestimmten musikalischen Stil oder Stimmung inspiriert werden: Ich lasse die Musik sich einfach durch mich hindurchbahnen. So funktioniert das für mich, ob es mir nun gefällt oder nicht. Wenn die Musik auf dem Papier niedergeschrieben ist, bin ich zufrieden. Dann wird das Werk Teil der Welt um mich herum. Komponist zu sein ist für mich nicht, künstlerisch zu reifen oder sich in irgendeine Richtung zu entwickeln. Alter und Entwicklung sind eigentlich ohne Bedeutung: Ich lebe im Alter von null und sterbe im Alter von x. Und was dazwischen ist, kann ich nicht ändern. Ich nenne die Kunst, die ich mache „Fingerabdrücke", weil sie meine musikalische oder künstlerische Version der Impressionen, die ich eingeatmet habe, repräsentieren. Ich sehe diese Fingerabdrücke als meine Lebensretter an, weil sie mir helfen, auszudrücken, was ich erlebe, und weil sie mich etwas von meinem inneren Druck befreien. Diese musikalischen Fingerabdrücke basieren auch auf meinem unterschwelligen Wunsch nach allgemeiner und persönlicher Freiheit für jedes Lebewesen auf dieser Erde.






– Für mich ist Musik schon immer so klar und einfach gewesen, wie die Betrachtung eines Baumes. Ich schließe einfach meine Augen und die Musik ist da so deutlich, wie die Erinnerung an den Baum. Die Schöpfung von Musik geschieht vielleicht auf einer unbewussten Ebene: dass die Musik von Impressionen herrührt. Ob dies ein analytischer Aspekt ist oder nicht, kann ich nicht beantworten.


Flint Juventino Beppe












Remote Galaxy
– Flint Juventino Beppe
Emily Beynon, flute
Mark van de Wiel, clarinet
Ralph Rousseau, viola da gamba
Philharmonia Orchestra
Vladimir Ashkenazy
Cat. No. 2L-100-PABD | 2L-100-LP







Weitere Informationen



English version


Informationen in Deutsch


Interview im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Flute Mystery (2009)


- Ich denke, dass Zeitlosigkeit nicht nur bedeutet, dass Musik, die vor 200 Jahren geschrieben wurde, heute relevant ist, sondern auch, dass die heute geschriebene Musik vor 200 Jahren relevant sein würde.

Flint Juventino Beppe